Batik – das Muster der 90er

Model trägt ein Batik-Kleid
Verfasst von Franziska

Batik? Bei diesem Wort kommt uns meistens erstmal der Retrolook von Hippies in den Kopf herum. Doch damit hat das Ganze inzwischen nicht mehr viel zu tun. Die sonnengebleichten Farbverläufe sind zurück und haben die Modewelt im Sturm erobert. In raffinierten Farbkombinationen besitzen sie einen wahren Lässigkeits-Faktor und lassen sich sportlich bis elegant kombinieren. Wir zeigen dir wie du das Trend-Muster richtig kombinierst.

Woher kommt der Batik-Trend?

Die ausgefallene Färbetechnik stammt ursprünglich aus Indonesien. Auf der Insel wurden Unikate durch das Zusammenbinden von Gewebebündeln mit gewachsten Bereichen hergestellt, sodass der Farbstoff nur freiliegende Stellen einfärbt. In den 70er-Jahren erreichte das Batik-Muster dann erstmals weltweite Aufmerksamkeit, es stand während der gegenkulturellen Jugendbewegung für Individualität und wird seither mit Hippies in Verbindung gebracht – doch damit ist jetzt Schluss! In dieser Saison werden die Batik-Teile nämlich zum Must-Have einer jeden Frau, in jedem Stil. Große Modelabels interpretieren und kreieren das Muster neu und bringen es in allen Farben und Musterungen auf den Laufsteg.

Damit gelingt dein Batik-Look garantiert: Styling-Regeln

  • Das typische Batik-Muster in grellen Tönen ist zwar farbenfroh und lebendig, aber leider unpassend im Büroalltag. Aber zum Glück gibt es Batik-Kleidung inzwischen in allen Farben, die wir uns nur vorstellen können! Der Batik-Look in gedeckten Farben eignet sich perfekt für den Arbeitstag.
  • Dein Look erinnert an ein Hippie-Outfit? Und dass trotz neutraler Farben? Ist das der Fall, dann empfehle ich dir zu großflächigen Versionen des Musters zu greifen. So vermeidest du einen veralteten Look und dein Outfit wirkt modern!
  • Die Farbverläufe können auch richtig schick aussehen: Weg von Baumwolle hin zu Satin, Seide oder Samt. Diese Stoffe lassen deinen Style elegant wirken und das Batik-Hippie-Klischee rasch verschwinden.
  • Mustermix vermeiden ist wichtig! Ansonsten sieht dein Look schnell zu überladen aus. Vermeide das am besten, indem du dein Batik-Stück mit einfarbigen Kleidungsstücken kombinierst.
  • Du brauchst nur ein Batik-Teil als Hingucker!
  • Bei Batik-Kleider gilt: Weniger ist mehr! Sie sind ohnehin schon ein richtiger Hingucker und brauchen nicht viel drum herum. Trage dezente Accessoires und Schuhe, so wird deinem Kleidchen mit Farbverläufen nicht die Show gestohlen.
  • Kombiniere den Modetrend geschmackvoll, indem du einen Farbton aus dem Verlauf in einem anderen Kleidungsstück oder Accessoire wieder aufgreifst. So wirkt der Gesamt-Look besonders stimmig.

Batik-Lieblingsstück selber machen

Ihr wollt superschöne Sommerklamotten oder auch gebatikte Tischdecken und Bettwäsche nach euren eigenen Vorstellungen kreieren? Ich erkläre euch in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung wie ihr den Sommertrend ganz einfach selber machen könnt.

Du brauchst:

  • Ein Kleidungsstück das dir gefällt
  • Textilfarbe deiner Wahl
  • Fixiersalz
  • Eimer mit ca. vier Liter Füllmenge
  • Wasser
  • Klebeband

Eignen sich alle Stoffe zum Batiken?

Ja, ihr dürft alles einfärben auf was ihr Lust und Laune habt – ganz egal ob T-Shirts, Kleidchen oder Kissen. Wichtig ist nur, dass die Stoffstücke vor dem Batiken einmal gewaschen werden. Ein kleiner Tipp von mir: Besonders leicht lassen sich Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leine sommerlich verschönern.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Stoff mit Klebeband umwickeln

Beginne damit deinen Stoff mit Klebeband (Kreppband eignet sich besonders gut) zu umwickeln. Hier gibt es kein richtig oder falsch – umklebe dein Material wie es dir gefällt. Die abgedeckten Stellen bleiben heller oder auch ganz weiß, je nachdem wie straff du dein Klebeband wickelst.

Schritt 2: Farbbad

Befülle deinen großen Eimer mit Wasser – orientiere dich dabei am besten an dem Mischungsverhältnis, dass bei deiner Textilfarbe empfohlen wird. Gebe das Farbpuler hinzu und vermische alles gut. Lege dein Stoffstück in den Eimer und achte darauf, dass es komplett bedeckt ist – beschwere es zur Not mit einem Stein. Dein Textilstück muss jetzt für circa eine Stunde im Wasser schwimmen. Je länger es im Farbbad ausharrt desto intensiver ist die Farbe am Ende. Du kannst natürlich auch mehrere Kleidungs- und Stoffstücke gleichzeitig einfärben, damit sparst du dir Zeit und Textilfarbe.

Schritt 3: Fixierbad

Um die Haltbarkeit deines Batik-Muster zu verlängern, ist jetzt noch ein Fixierbad notwendig. Dabei habe ich es mir besonders leicht gemacht. Ich habe das Farbbad kurzerhand weggeschüttet, den selben Eimer mit Fixiersalz und Wasser gefüllt und das Batik-Stück hineingegeben. Halte dich auch hierbei an die Angaben deines Fixiermittels, da diese variieren können.

Schritt 4: Stoff auswaschen

Fische deinen Stoff aus dem Fixierbad und löse das Klebeband. Halte es danach solange unter fließendes Wasser, bis das Wasser klar ist. Lass es anschließend trocknen und schon ist dein Batik-Unikat fertig!

Verschiedene Farben einfärben

Sobald du einen bunten Look einfärben möchtest, wird es ein klein wenig aufwendiger. Färbe einzelne Partien ein und beginne mit dem hellsten Farbton. Wichtig! Nach jeder Farbe musst du den Stoff gut trocknen lassen, bevor du weitermachen kannst.

Wir zeigen dir die beliebtesten Batik-Muster

Um dein Lieblings-Muster deutlicher herausstechen zu lassen, könnt ihr bei allen Varianten auch dünne Gummibänder zum Fixieren benutzen. Sie hinterlassen schmale, unauffälligere Linien. 

Kreise
Ob in klein oder groß – Kreise sind zeitlos! Indem du Zipfel mit mehr oder weniger Stoff kreierst, bestimmst du die Größe deiner Kreise. Verteile sie, wie es dir gefällt, in regelmäßigen oder versetzten Abständen auf deinem Stoff. Bei dieser Methode kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen!

„Bulls Eye“
Sehr bekannt ist das „Bulls Eye“-Muster. Zuallererst bindest du dein Kleidungsstück in der Mitte ab. Je größer dein „Bulls Eye“ später einmal werden soll, desto größer sollte dein Zipfel aus Stoff sein. Setze die Technik am gesamten Material fort und volià – fertig ist dein neues Lieblings-Stück.

Streifen
Du möchtest ein Batik-Shirt mit angesagten Streifen designen? Aufgepasst! Diese Methode ähnelt sehr der „Bulls Eye“-Technik. Beginne mit dem binden deines Oberteils, anstatt in der Mitte, einfach in regelmäßigen Abständen von unten nach oben. Für schräg über das Material verlaufende Streifen, faltet ihr euer T-Shirt diagonal und befestigte es.

Spiralen
Der Spiralen-Look sieht nicht nur superschön aus, sondern ist auch im Nu fertig. Lege dein Kleidungsstück ausgebreitet auf den Tisch, greife den Mittelpunkt und drehe den Stoff ein. Fixiere das Ganze je nach Geschmack mit Gummibändern oder Klebeband.

Ombre
Ombre ist angesagter denn je! Beginne mit dem Bereich von deinem Stoff den du am dunkelsten gestalten möchtest, lege ihn in die Farbe und lass etwas Zeit vergehen. Sobald dir die Intensivität des Farbtones gefällt, tauche einen weiteren Teil deines Stoffes unter. Diesen lässt du jedoch für kürzere Zeit im Wasser. Färbe so viele Nuancen wie du möchtest.

Diamanten
Durch das aufregende Diamant-Muster verwandelt man einfach alles in einen Hingucker! Falte deinen Stoff wie eine Ziehharmonika. Als Nächstes faltest du deine „Ziehharmonika“ in Dreiecke, bis kein Material mehr übrig ist. Am Schluss befestigst du dein Stoffpaket an beiden Seiten. Ein kleiner Tipp: Ich habe mit dieser Variante meine Kissen verschönert und fande das Ergebnis besonders schön, wenn ein Falz circa fünf Zentimeter groß ist.

Trendige Kleidung mit Batik- und Farbverläufen findest du auch in unserem WITT WEIDEN Onlineshop. Schau vorbei und lass dich inspirieren:

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