Masken selbst herstellen – Nähanleitung und Alternativen ohne Nähen

Atemschutzmasken
Verfasst von Sintre Redaktion

Bei jedem Gang in den Supermarkt sieht man sie: selbstgenähte Behelfsmasken, Mund-Nasen-Bedeckungen oder Gesichtshosen.  Zwar schützen sie nicht so zuverlässig wie chirurgische Atemschutzmasken vor gefährlichen Viren, jedoch können sie den Träger dazu bewegen, sich weniger häufig ins Gesicht zu fassen. Und hat man den Dreh mit der Armbeuge noch nicht so ganz heraus, verhindern diese Masken zumindest zu einem kleinen Teil, dass man seine Bazillen und Viren in seiner Umgebung verstreut. Wie du dir ganz einfach eine solche Maske selbst nähen kannst, erfährst du hier.

Atemschutzmasken: Wichtige Informationen

  • Nach der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sind ausschließlich Atemschutzmasken mit dem FFP2- oder FFP3-Standart dazu in der Lage, den Träger vor einer Ansteckung mit Erregern zu schützen. 
  • Selbst gebastelte Schutzmasken bieten keinen sicheren Schutz vor einer Ansteckung, eignen sich aber für den Fremdschutz und als hilfreiche Ergänzung zu anderen Schutzmaßnahmen wie Hände waschen. 
  • Einfache Masken können gegen eine Schmierinfektion helfen.
  • Masken werden besonders den bereits erkrankten Menschen empfohlen, welche mit den Tragen ihr Umfeld zumindest mehr schützen können, als ohne Maske. 

Behelfsmasken: Was du für deine DIY-Maske benötigst!

  • Ein Stück Baumwollstoff (17 cm x 34 cm – 19 cm x 38 cm)
  • Schrägband ( 2 x 90cm) oder zwei lange Baumwollstreifen (ca. 5 cm x 90 cm)
  • Ein Stück Draht ca. 20 cm (Basteldraht, Pfeifenputzer usw.) und eventuell eine Zange
  • Klammern oder Nadeln
  • Eine Nähmaschine mit Garn

Behelfsmasken selbst nähen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Atemschutzmaske selber nähen
Atemschutzmaske selber nähen

Schritt 1: Stoffe zuschneiden

Schneide deinen Stoff zu und lege ihn rechts auf rechts (mit den schönen Seiten) aufeinander. Schließe nun die kurzen Seiten mit einer Naht. (Hier kannst du auch einen ca. 6 cm langen Schlitz freilassen, um später Kaffeefilter als Filter einzulegen. Vergiss nicht an jedem Ende des Schlitzes deine Naht zu verriegeln, also einmal kurz zurück und wieder vor zu nähen!)

Mundschutz selber nähen

Schritt 2: Draht in den Stoff schieben

Drehe deinen Stoff mit der schönen Seite nach außen, streiche ihn glatt und lege ihn mit der Naht nach unten vor dich. Nimm dir nun deinen Draht und biege ihn an den Enden um, sodass er nicht durch deinen Stoff hindurch stoßen kann. Ideal ist, wenn er etwas kürzer ist als dein Stoffstück, sodass du später nicht darüber nähst.

Mundschutz selber nähen

Schritt 3: Tunnel nähen

Nähe entlang des Stoffbruchs einen Tunnel für den Draht mit einem geraden Stich. Die Breite hängt von deinem Draht ab, aber mit einem Richtwert von 1cm machst du nichts falsch. Schiebe den Draht hinein.

Schritt 4: Stoff-Falten abstecken

Lege dein Stoffstück mit dem Draht nach oben vor dich hin und bilde nun drei gleichmäßig verteilte Falten.  Stecke diese mit Nadeln oder Stoffklammern fest.

Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen

Schritt 5: Baumwollstreifen zuschneiden

Schneide dir dein Schrägband oder deine Baumwollstreifen zu. Die Mitte des 90 cm langen Bandes legst du nun mit der Außenkante auf die mittlere deiner drei Falten und steckst es fest. Der Rest des Bandes liegt auf deiner Maske. Fixiere das Band mit einem Geradstich und wiederhole den Vorgang auf der anderen Seite.

Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen

Schritt 6: Baumwollstreifen platzieren

Drehe deine Maske so, dass die eben gesetzte Naht unten liegt und die Maske nach links zeigt. Nun nimmst du dir das obere Ende des rechten Baumwollstreifens und legst die beiden Außenkanten einmal zur Mitte hin um. Danach faltest du ihn noch einmal mittig nach links um.

Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen

Schritt 7: Baumwollband fixieren

Nun kannst du das Band durch eine Naht fixieren (Verriegeln nicht vergessen!). Schrägband oder Baumwollstoff, der leicht aufribbelt, solltest du noch einmal nach innen falten, damit sich in der Waschmaschine nichts auflöst. Beim Nähen musst du immer mal wieder nachfalten und beim Fixieren an der Maske darauf achten, dass du nicht mit der Nadel auf den Draht kommst, da diese sonst abbrechen kann. Wenn du am Ende des Bandes angekommen bist, faltest du es ebenfalls noch einmal nach innen und nähst noch einmal vor und zurück. Nun wiederholst du Schritt 6 und 7 auf der anderen Seite, schneidest alle überstehenden Fäden ab und fertig ist deine Behelfsmaske!

Mundschutz selber nähen
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Atemschutzmasken selbst nähen
Atemschutzmasken selbst nähen

Über die Autorin Miriam Roth

 „Kürze deine Hosen selber!“, sagte meine Mutter zu mir und stellte mir die Nähmaschine hin. So wurde im Teenageralter ein neues Hobby geboren. Mittlerweile nähe ich vor allem Babykleidung für meine Freundinnen und Freunde, die nun nach und nach eine Familie gründen. Wenn ich nicht nähe, arbeite ich als Lehrerin an einer Grundschule im Raum Kitzingen, lese, stricke, singe im „Sotto Voce Popchor Würzburg“, tanze oder gehe in Schottland wandern. Du findest mich bei Instagram unter minne_macht.

Behelfsmasken: 3 Alternativen ohne Nähen

Die chirurgischen Atemschutzmasken sind in erster Linie für die Personen gedacht, die in Kontakt mit kranken Patienten stehen und sollen daher auch nur für diese verfügbar sein. Das heißt aber nicht, dass man als gesunde Person auf Behelfsmasken verzichten muss. Mittlerweile gibt es tolle Anleitungen zum Selbernähen, welche aber keineswegs mit der Schutzleistung von Atemschutzmasken zu vergleichen sind. Für diejenigen, die keine Nähmaschine zur Verfügung haben, stellen wir hier 3 Alternativen zur selbstgenähten DIY-Maske vor.  

  • Schal oder Halstuch: Hat man gerade keine Maske zur Hand, kann man zur Sicherheit auch mal zum Halstuch oder Schal greifen. Aber wie hoch ist hier die Schutzleistung wirklich? Der Schutz von Mund und Nase durch ein Tuch verringert das Risiko einer Tröpcheninfektion als Fremdschutz und verhindert, dass der Träger ständig in sein Gesicht greift. 
  • Behelfsmaske aus Küchenrolle: Für die DIY-Maske legst du mehrere Blätter Küchenrolle aufeinander. Darauf legst du ein Papiertaschentuch und schneidest den Stapel in der Mitte durch, sodass du zwei Masken daraus machen kannst. Über die Seitenränder klebst du ein Klebeband und lochst anschließend jeweils beide Seiten in der Breite. Nun fädelst du in jedes der vier Löcher ein Gummiband, welche später an den Ohren befestigt werden können. Am Schluss nimmst du einen einfachen Draht und klebst ihn mit einem Klebeband der Länge nach entlang des oberen Endes der Maske. Dieser sorgt dafür, dass du deine DIY-Maske später besser an deine Gesichtsform anpassen kannst. Die Alternative schützt nicht vor einer Infektion, sondern minimiert das Risiko, andere Personen anzustecken! 
  • Behelfsmaske aus altem T-Shirt: Auch aus einem alten Kleidungsstück lässt sich Ruck Zuck eine Maske basteln. Zuerst schneidest du ein 30 x 40 cm großes Stück aus deinem T-Shirt. Dieses Stoffstück faltest du in der Mitte und legst die Enden der Länge nach jeweils zur Mitte hin (von oben nach unten zu Mitte hin und von unten nach oben zur Mitte hin). Jetzt ziehst du über jedes Ende einen Haargummi oder Haushaltsgummi und legst die Enden links und rechts ebenfalls über den Gummi zur Mitte hin. Diese Variante lässt sich in kurzer Zeit und mit wenigen Utensilien selber machen

Behelfsmasken: So pflegst du deine DIY-Masken

  • Getragene Masken müssen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, sodass die Viren abgetötet werden können. Das Material sollte daher aus robustem Stoff wie Vlies oder Baumwolle genäht werden
  • DIY-Masken sind nach dem Tragen ausschließlich für den Eigenbedarf geeignet und dürfen nicht an andere Personen weitergegeben werden
  • Regelmäßig waschen: Die Masken sollten alle zwei bis drei Tage gewaschen werden
  • Die Masken erhitzen: Durch die Erhitzung der Masken werden Viren und andere Krankheitserreger ebenfalls abgetötet. Eine Erwärmung ist jedoch nur eine Lösung, wenn man die Masken öfter tragen möchte, keinesfalls eine Garantie. Die Desinfektion von DIY-Masken ist zum Beispiel durch das Trocknen im Backofen bei 80 Grad möglich. 

Auch in unserem Online-Shop sind ab sofort Mund-Nasen-Masken in verschiedenen Farben und Designs verfügbar. Wichtig: Dabei handelt es sich jedoch weder um medizinische Produkte, noch um Gegenstände persönlicher Schutzausrüstung! Die Masken sind wiederverwendbar und unisex.  

Wichtiger Hinweis: Unsere Alternativen zu Atemschutzmasken dienen keinesfalls dem absoluten Schutz vor Viren oder Krankheiten. Selbstgemachte Masken können zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen. Es ist daher wichtig, dass allgemeine Sicherheitsmaßnahmen wie Händewaschen und Abstand halten auch beim Tragen einer Behelfsmaske eingehalten werden. 

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