Selbstgemachter Kräutergarten für deine Küche

Gartenkräuter für die Küche
Verfasst von Andrea

Du hast keinen Garten zu Hause, möchtest aber trotzdem immer frische Gartenkräuter zum Kochen oder Garnieren griffbereit haben? Dann bewährt sich ein Kräutergarten für deine Küche ganz bestimmt. Denn frische Kräuter zu Hause zu haben bietet gleich mehrere Vorteile: es ist günstiger, gesünder und schmeckt frischer als getrocknete oder tiefgefrorene Kräuter. Ganz nebenbei dienen sie als tolle Deko in deiner Küche und duften auch herrlich aromatisch! Wenn du dein leckeres Gericht geschmacklich noch etwas aufpeppen oder schön garnieren möchtest, dann eignet sich dein neuer selbstgemachter Kräutergarten hervorragend dafür! Ob für Tomate-Mozzarella, einen Kräuterquark oder über den Salat – frische Kräuter kann man immer gebrauchen, denn durch ihr intensives Aroma sind sie ideal für deine Küche. Kleiner Tipp: Küchenkräuter schmecken nicht nur köstlich – nein, sie können auch eine lindernde Wirkung bei Schmerzen haben, wirken pflegend auf unsere Haut und sorgen für mehr Wohlbefinden. Die grünen Blätter sind also aufgrund ihrer vielen Vitamine und Mineralstoffe gesund und können auch noch als natürliche Schönmacher genutzt werden. Auch ich habe mir einen Kräutergarten in meiner Küche angelegt und zeige dir heute, wie du Schritt für Schritt deinen eigenen kleinen Kräutergarten ganz einfach selber nachmachen kannst!

Schritt-für-Schritt-Anleitung für deinen selbstgemachten Kräutergarten

Gartenkräuter im Glas

Besonders wenn du keinen Garten oder Balkon hast oder nicht ständig nach draußen laufen möchtest, kannst du dir ganz einfach deinen Kräutergarten in die Küche holen – und dies ohne viel Aufwand und Platz. Während des Kochens nimmst du einfach jederzeit ein paar Blätter der Kräuter und hast ruck zuck eine geschmackvolle Mahlzeit.

Das brauchst du alles:

  • Einmachgläser
  • Holztablett bzw. Holzkiste
  • Hochwertige Blumenerde oder spezielle Kräutererde
  • Dekosteine, Kies oder Kieselsteine
  • Verschiedene Kräuterstecklinge deiner Wahl
  • Schaschlikstäbchen
  • Schwarzes Kraftpapier
  • Kopierpapier
  • Kleber
  • Tesastreifen

Schritt 1: Zunächst solltest du dir überlegen, welche Kräuter du gerne anpflanzen möchtest. Besorge dir die kleinen Steckpflanzen am besten in einem Gartencenter oder deiner Gärtnerei. Hier kannst du auch gleich die Erde und die Deko- oder Kieselsteine kaufen. Alternativ kannst du ein kleines Pflänzchen auch aus einem herkömmlichen Kräutertopf aus dem Supermarkt ausgraben. Für die Gefäße gibt es ebenso viele Möglichkeiten: Ich habe Einmachgläser hergenommen, aber Töpfe aus Ton oder Terracotta sowie Dosen sind ebenso eine tolle Alternative.

Schritt 2: Zuerst wäschst du die Deko- oder Kieselsteine ab und füllst sie dann ca. 3 cm hoch in das Glas. So staut sich das restliche Wasser vom Gießen nicht an und die Kräuterpflanze kann sich so viel Flüssigkeit nehmen, wie sie braucht. Befülle das Glas etwa zur Hälfte mit Blumenerde. Setze nun den Steckling ein, fülle das restliche Glas mit Erde und drücke es gut fest. Pflanze je ein Pflänzchen in ein Glas, denn es wird sich noch ziemlich ausbreiten und viel Platz brauchen.

Schritt 3: Wenn du deine Gläser toll dekorieren möchtest, bastle doch noch hübsche Kräuter-Schilder. Dann ist auch sofort erkennbar, welche Kräuterart sich im Glas befindet. Schreibe den Namen des Kräuters handschriftlich auf Kraftpapier, schneide es aus und klebe es mit Tesastreifen an ein Schaschlikstäbchen. Du kannst auch versuchen, per Handlettering die Buchstaben auf weißes Kopierpapier zu zeichnen. Oder verwende doch einfach unsere kostenlose Download-Vorlage. Drucke sie aus, schneide das Schildchen aus und klebe es auf schwarzes Kraftpapier, welches du dann wieder ausschneidest. Dieses klebst du mit Tesa am Schaschlikstäbchen fest und steckst es in die Erde im Glas.

Schritt 4: Jetzt musst du deine eingepflanzten Kräuter nur noch gießen, damit alles gut anwächst. Stelle sie in die Holzkiste und je nach Pflanze an die passenden Orte (siehe Tipps weiter unten). Nun kannst du deinen Pflänzchen beim Wachsen zusehen, sie nach einiger Zeit ernten – und genießen.

5 Pflanzen und Rezepte für deinen Kräutergarten in der Küche

Diese fünf Kräuter nehme ich besonders gerne her und dürfen in keiner Küche fehlen!

Basilikum: Er ist relativ pflegeleicht und hervorragend für deinen Indoor-Kräutergarten geeignet. Basilikum fühlt sich am wohlsten, wenn er viel Licht und Wärme bekommt, allerdings keine ständige, direkte Sonne. Er bevorzugt eher den Halbschatten und braucht viel Wasser, allerdings sollte Staunässe vermieden werden. Gieße ihn wenn möglich täglich ein bisschen.
Du liebst Pasta? Dann probiere doch dazu ein leckeres Basilikum-Pesto aus:

Petersilie: Diese Pflanze gedeiht am besten im Halbschatten mit viel Feuchtigkeit. Sie mag viel Licht, aber nicht zu viel direkte Sonne. Sie verfeinert sämtliche Gerichte, ob roh oder gedünstet. Achte darauf, die Petersilie nur kurz zu erhitzen, da sonst ihr Aroma verloren geht.
Wenn du für deine Grillparty noch einen einfachen Bulgursalat mit Tomaten und Gurken brauchst, kann ich dir diesen empfehlen:

Rosmarin: Er braucht viel Sonne und kommt mit relativ wenig Wasser aus. Zu viel Feuchtigkeit kann für ihn sogar schädlich sein, also achte darauf, dass er es eher trocken hat und gieße nicht zu viel. Auf der Südseite deines Fensterbretts würde er genug warmes Sonnenlicht bekommen. Nach der Blüte oder im Winter sollte er zurückgeschnitten werden, damit er im Frühling wieder frisch austreibt.
Rosmarin passt besonders gut zu Kartoffeln. Die gesunde Knolle kann zusammen mit den grünen Kräutern ganz einfach im Ofen zubereitet werden:

Schnittlauch: Wenn er gut gepflegt wird, kann er sogar das ganze Jahr über geerntet werden. Schnittlauch fühlt sich am wohlsten im Halbschatten und in feuchter Erde. Gieße ihn daher ausreichend, damit die Röhrenblätter nicht austrocknen. Ob im Omelette zum Frühstück, zum Garnieren von Salaten und anderen Mahlzeiten oder auf dem Frischkäsebrot – Schnittlauch schmeckt zu vielen Gerichten und ist vielseitig einsetzbar. Hier ein schnelles Rezept für einen Schnittlauch-Quark-Dip:

Minze: Sie sollte am besten im Halbschatten stehen und immer feuchte Erde haben. Besonders im Sommer kannst du diese grünen erfrischenden Blätter für verschiedene Rezepte gebrauchen. Du kannst damit zum Beispiel ein gesundes, aromatisches Infused Water herstellen. Auch viele Desserts, Gerichte und Getränke lassen sich damit garnieren.
Folgender Smoothie passt perfekt für einen lauen Sommerabend:

Welche Kräuter eignen sich noch für deinen Indoor-Kräutergarten?

Wenn du einen leckeren Dip zubereiten möchtest, kannst du zum Beispiel Bärlauch hernehmen. In deine Spaghetti Bolognese gehört Oregano und für Gurkensalat passt Dill wunderbar. Aber auch für Tee eignen sich die Kräuter, den du mit Salbei, Minze oder Zitronenmelisse verfeinern kannst. Hier sind noch weitere Küchenkräuter, die passend für vielfältige Mahlzeiten sind:

  • Oregano
  • Thymian
  • Estragon
  • Majoran
  • Bärlauch
  • Dill
  • Kresse
  • Zitronengras
  • Zitronenmelisse
  • Salbei
  • Lavendel

Welcher Standort passt am besten für die Kräuter im Glas?

Wo du deinen Indoor-Kräutergarten am besten platzierst, hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Die meisten sind relativ anspruchslos, allerdings gibt es auch Ausnahmen. Der beste Standort für deine Kräuterpflanzen ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Je nach Ausrichtung deines Küchenfensters kannst du sie evtl. auf deinem Fensterbrett oder auf einer anderen freien Fläche in deiner Küche platzieren. Rosmarin, Thymian, Lavendel oder Salbei bevorzugen es etwas sonniger und wärmer. Auch Oregano und Majoran vertragen die Sonne gut. Großblättrige Pflanzen wie Minze oder Basilikum, aber auch Estragon, Schnittlauch und Petersilie mögen etwas mehr Halbschatten. Einige Kräuter sollten auch vor direkter Sonnenstrahlung geschützt werden, z.B. Minze oder Zitronenmelisse.

Kräutergarten im Glas

Tipps für die Pflege deines Kräutergartens

  • Wähle eine passende Größe des Gefäßes für die jeweilige Pflanze aus. Wenn du je einen Steckling einpflanzt, ist ein 1-Liter-Gefäß genau richtig, du kannst aber auch ein etwas kleineres Gefäß hernehmen.
  • Gieße sie regelmäßig, aber auch nicht zu oft, denn es sollte keine Staunässe entstehen. Die meisten Kräuter brauchen viel Feuchtigkeit, sieh deshalb jeden Tag nach ihnen und bewässere sie nach Bedarf. Die Blätter sollten dabei nicht nass werden, gieße das Wasser deshalb direkt auf die Erde. Thymian, Oregano oder Rosmarin benötigen nicht ganz so viel Wasser. Zitronenmelisse, Schnittlauch, Estragon, Pfefferminz und Basilikum gedeihen am besten bei etwas mehr Feuchtigkeit.
  • Tipp: In Gartencentern gibt es meist kostenlose Heftchen oder direkt an der Pflanze kleine Stecker, die Pflegetipps speziell für die jeweilige Pflanze beinhalten.
  • Obwohl sie schön aussehen, empfiehlt es sich, die Blüten sofort zu entfernen, da sie sonst der Pflanze viel Kraft und Geschmack wegnehmen. Beschädigte oder abgestorbene Stiele und Blätter kannst du immer wieder abschneiden und wegwerfen.
  • Zum Ernten benutzt du am besten ein scharfes Messer oder eine Schere. Nimm hier relativ junge Triebe, da Kräuterpflänzchen so besser neue nachbilden können. Dennoch wäre wichtig, dass ein paar Blätter übrigbleiben, sonst treibt die Pflanze nicht mehr aus. In der Regel solltest du ungefähr die Hälfte oder zwei Drittel der Blätter stehen lassen. Vor allem Schnittlauch und Petersilie sollten recht nah am Boden abgeschnitten werden, damit sie gut nachwachsen können.
  • Dünge deine Kräuter einige Wochen nachdem du sie eingepflanzt hast in regelmäßigen Abständen. Hier kannst du ganz einfach alte Eierschalen oder Kaffeesatz verwenden, die immer wieder mal übrig sind. Alternativ ist Bio-Kräuterdünger, der mit in das Wasser zum Gießen gegeben wird, eine gute Wahl. So wird die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen versorgt und gibt ein besseres Aroma ab.
  • Einige Pflanzen können ganzjährig gepflanzt, gepflegt und geerntet werden. Andere brauchen eine Winterpause, damit sie im Frühling wieder frisch austreiben können. Diese kannst du im Herbst zurückschneiden und in kleinen Portionen einfrieren oder trocknen lassen, um sie haltbar zu machen. Stelle sie über den Winter in einen hellen, kühlen Raum, gieße sie manchmal und dünge nicht mehr nach.  
  • Falls dir die Kräuter mal über den Kopf wachsen, gefriere sie ebenso ein oder trockne sie. Dann sind sie auch später noch verwendbar.

Was sind deine Lieblingskräuter, die bei keiner Mahlzeit fehlen dürfen? Hast du weitere Tipps für den selbstgemachten Kräutergarten in der Küche? Dann lass es mich wissen und hinterlasse einen Kommentar.

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