Textil-Guide: Jeans – Von der Arbeiterhose zum Modestandard

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Verfasst von Franziska

Es gibt vermutlich kaum jemanden, der nicht mindestens eine Jeans im Kleiderschrank hat. Das robuste Kleidungsstück trat im 19. Jahrhundert seinen Siegeszug an und ist seitdem aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken. Lesen Sie hier mehr über die Geschichte der Jeans.

Der amerikanische Traum: Von Bayern über San Francisco in die Welt

Was kaum jemand weiß: Die Jeans wurde von einem Bayer erfunden. Der im Jahr 1829 in Buttenheim bei Bamberg geborene Löb Strauss wanderte zusammen mit seiner Familie im Alter von 24 Jahren wegen Geldnöten nach San Francisco aus. Mit Erfindergeist und Geschäftssinn gründete er dort einen kleinen Textilhandel und legte zusammen mit seinem Schneider Jacob Davis den Meilenstein für eine weltweite Erfolgsgeschichte.

Von der Arbeiterhose zum Protestsymbol

Das Ziel war es eine Schutzkleidung für die Arbeiter seiner Zeit zu entwickeln. Aus robustem blauem Denim und Nieten entwickeln die beiden widerstandsfähige Hosen, die ihnen den Durchbruch verschaffen. 1873 lassen sie sich ihren Bestseller, das sogenannte Modell 501, schließlich patentieren. – die Jeans ist geboren und ihr Siegeszug rund um den Globus beginnt.

Während die allerersten Jeanshosen noch aus braunem Segeltuch bestanden, wurde dieser Stoff schon bald durch eine strapazierfähige Baumwolle ersetzt. Weil die Baumwolle aus Nîmes in Frankreich stammte, erhielt der Jeansstoff den Namen Denim. Alle Arbeiterhosen wurden mit Indigo blau eingefärbt und mit orangefarbenen Nähten verziert. Die Bluejeans hatte ihr Markenzeichen.

In den 20er Jahren war die Bluejeans schließlich als Arbeiterhose in Amerika in aller Munde. Den Namen verdankt sie ihrer blauen Färbung, denn damals gab es das praktische Beinkleid ausschließlich in Blau. Auch der Schnitt war immer der gleiche, denn einen anderen Anspruch als Widerstandsfähigkeit, Bequemlichkeit und eine möglichst lange Lebensdauer wurde an die Hose nicht gestellt.

Erst als 1930 die praktischen Hosenträger durch den modischen Gürtel ersetzt waren, nahm die Geschichte einen Wandel. In den 50er Jahren wurde die ehemalige Arbeiterhose zum Wahrzeichen einer rebellischen Jugend, die das Tragen der Bluejeans zum Symbol für den Protest gegen Autorität und Tradition machte.

Die Jeans erobert Deutschland

Nach Europa kam die Jeanshose durch den Zweiten Weltkrieg, da die amerikanischen Soldaten Jeans trugen. Anfangs wurde die Jeans in Deutschland als Nietenhose oder Texashose bezeichnet und hatte keinen leichtet Start: Es wurde dagegen gewettert – in der DDR war das Tragen zeitweise sogar verboten.

Dennoch konnte nichts den Erfolg verhindern. Stars wie Marlon Brando James Dean, Kurt Cobain und die Rolling Stones steigerten den Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Kein Wunder also, dass das Time Magazine das traditionelle Modell im Jahr 1999 zum Modeprodukt des 20. Jahrhunderts kürte.

Heute ist die Jeans nicht mehr nur einer Hose für Arbeiter. Sie gilt mittlerweile als echtes Kultobjekt und ist aus den Kleiderschränken nicht mehr wegzudenken. Neben dem traditionellen Schnitt gibt es sie heute in ganz unterschiedlichen Formen.

 

 

 

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