Was Schmetterlingsflügel im Wäscheeinkauf machen – Carola Richter im Interview

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Verfasst von Franziska

Oberflächlich kann jeder. Carola Richter beschäftigt sich jedoch jeden Tag mit dem, was unter der Oberfläche liegt: Sie ist Wäscheeinkäuferin bei Witt Weiden und berichtet uns über die Herausforderungen Ihres Berufs und die Trends im aktuellen Wäschegeschäft.

Vielen Dank Carola, dass Du dir Zeit für unser Interview genommen hast. Erzählst Du uns zu Beginn, wie Du zu dem Beruf als Wäscheeinkäuferin gekommen bist?

CR: Es war mehr oder weniger ein netter Zufall. Ich habe bereits meine Ausbildung als Handelsfachwirt bei Witt Weiden gemacht. Dann wurde direkt eine Stelle im Einkauf frei, damals in der Abteilung Nachtwäsche und es hat geklappt. 2003 bin ich dann zur Wäsche gewechselt und kümmere mich so um Miederwaren, Herren- und Damentagwäsche. Es gefällt mir unheimlich gut, da das Thema Wäsche in der Mode Branche sehr neutral ist.

Viele denken bei dem Thema Wäsche häufig an Frauen. Ist der Beruf ein typischer Frauenberuf?

CR: Ganz und gar nicht. Im Wäscheeinkauf arbeiten tatsächlich viele Männer. Es wird immer etwas gewitzelt, wenn ein Einkäufer zum Beispiel BHs präsentiert und von der bequemen Passform schwärmt. Wir fragen dann oft: „Super, Du hast ihn also auch schon ausprobiert?“

Gehen die Arbeitsweisen von Frauen und Männern im Wäscheeinkauf auseinander?

CR: Im Prinzip nicht viel. Man merkt einen Unterschied, wenn es um die Bilderwelten geht. Männer suchen oft andere Bilder aus, als Frauen. Das Empfinden ist nun einmal anders, aber so ergänzen sich die beiden Sichtweisen: Bei den Frauen ist der Wunsch nach Komfort vorranging, bei den Männern häufig die Ästhetik. So erhält man ein ausgewogenes Ergebnis.

Was sind zurzeit die Trends auf dem Wäschemarkt?

CR: Bei den Frauen steht die Farbe Dunkelblau im Fokus und gilt als das neue Schwarz. Außerdem kommen Triangel BHs immer mehr auf den Markt. Immer häufiger werden BHs mit Spitze am Rücken ausgestattet, also mit sogenannten Schmetterlingsflügeln. Passend dazu findet man viel Spitze an den Höschen. Im Allgemeinen werden die Wäschetrends eher bequem und passen sich so den aktuellen Modetrends an. Bei den Männern geht es um Formenvielfalt, da diese nun einmal begrenzt ist. Klassiker laufen eigentlich immer gut und seit neustem setzt sich viel Jeansoptik durch.

Wenn Du deinen Beruf im Allgemeinden betrachtest: Was ist das Beste und das Schlimmste daran?

CR: Das Schlimmste ist wohl unser „Zeit-Korsett“. Durch die strikte Planung der Katalogbranche könnte ich Dir jetzt schon sagen, was ich 2017 um diese Zeit machen werde. Die Terminschienen geben ziemlich viel vor. Gleichzeitig ist das Beste an meinem Job die Vielseitigkeit. Kein Tag ist langweilig, da wir Kreativität und Zahlen kombinieren müssen. Durch die vielen Reisen und internationalen Kontakte gibt es immer etwas Neues. Es tut gut, immer gefordert zu werden.

Was wären drei Wörter, mit denen Du deinen Beruf beschreiben würdest?

CR: Ohje (lacht). Das wären wohl: Vielseitig. Kreativ. Interessant.

Wir bedanken uns bei Carola Richter für den Blick hinter die Kulissen des Wäscheeinkaufs und hoffen, dass die vielen Facetten Ihres Alltags ihr weiterhin so viel Freude machen.

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