Tapen: So wendest du das Kinesio Tape richtig an

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Verfasst von Georg

Migräne, Rückenprobleme, Überlastung – wer kennt es nicht? Jeder hat doch hin und wieder Schmerzen an verschiedensten Körperstellen und kaum etwas hilft. Doch: Du kannst den Schmerz auch einfach wegkleben! Mithilfe von Kinesio Tapes ist das heutzutage kein Problem mehr. Bei Sportverletzungen und diversen anderen Beschwerden und Schmerzen versprechen die ursprünglich aus der japanischen Heilkunde stammenden Streifen Linderung. Du kannst sie in Onlineshops, Apotheken, bei Physiotherapeuten oder in Sportfachgeschäften kaufen. Ich verrate dir heute alle wichtigen Infos rund um´s Thema Tapen und wie es auch dir helfen kann.

Was bedeutet „Tapen“?

Die flexiblen Klebestreifen sind vor allem auch unter dem Kinesio Tape bekannt, die Abkürzung vom kinesiologischen Tape. Aber auch Physio Tape, Muskel Tape oder medizinisches bzw. therapeutisches Tape sind ähnliche Begriffe. Was ist nun ein Kinesio Tape? Es handelt sich dabei um ein hochelastisches, atmungsaktives und hautfreundliches Baumwollband mit einer Acryl-Klebeschicht, ähnlich wie ein langes Baumwollpflaster. Das Tape kann sich super an die natürlichen Bewegungen des Körpers anpassen, da es genauso elastisch und dick ist wie unsere Haut. Das Anbringen des selbstklebenden Bandes wird als „tapen“ bzw. „Taping“ bezeichnet.

Bei jeder Bewegung wird die Haut gegen das darunterliegende Gewebe verschoben, wodurch die Durchblutung und der Lymphfluss angeregt wird. Durch die Reizung der Nervenenden in den oberen Hautschichten können Schmerzen gelindert und Muskelaktivitäten positiv beeinflusst werden.

Wofür wird das Tapeband genutzt?

Obwohl es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit des Tapes gibt, wird es häufig allgemein bei Bewegungseinschränkungen oder bei Schmerzen, Zerrungen, Überlastungen oder Entzündungen eingesetzt, da sich laut Erfahrungsberichten trotzdem eine positive Wirkung zeigt. Unter anderem bei diesen Verletzungen und Beschwerden wird das elastische Klebeband oft verwendet:

  • Muskelverletzungen, -verspannungen und -beschwerden
  • Gelenkverletzungen und -beschwerden (Sprung-, und Kniegelenk oder Ellenbogen)
  • Bandverletzungen
  • Sportverletzungen
  • Rückenschmerzen
  • Fehlhaltungen und Haltungsschwächen
  • Nackenschmerzen
  • Schulterbeschwerden
  • Sehnenbeschwerden
  • Migräne
  • Wassereinlagerungen (Lymphödeme)
  • Arthrose
  • Skoliose

Besonders bei Sportverletzungen kann das therapeutische Tape sehr hilfreich sein, da es durch seine stützende Wirkung zur Schonung beiträgt. So wird es als standardmäßige Therapiemethode in der Sportmedizin, aber auch in der Physiotherapie und Orthopädie eingesetzt.

Was bringt Tapen?

Tapes werden sowohl bei verschiedenen Beschwerden als auch bei Verletzungen verwendet. Durch seine stabilisierende Wirkung soll der Selbstheilungsprozess des Körpers aktiviert und unterstützt werden. Dabei können entzündete oder verletzte Muskeln, Bänder oder Gelenke stabilisiert und entlastet werden und dennoch beweglich bleiben. So wird möglicherweise der Heilungsprozess verkürzt und Schmerzen gelindert. Außerdem können Muskeln gelockert, Entzündungen gehemmt sowie die Blut- und Lymphzirkulation an der jeweiligen Körperstelle angeregt werden. 

Wie funktioniert Tapen?

Die betroffenen Hautstellen sollten vor dem Anbringen der bunten Streifen enthaart bzw. rasiert werden, denn durch den direkten Hautkontakt haftet und wirkt es wesentlich besser. Die Haut sollte dabei fettfrei, sauber und trocken sein. Wasche und trockne sie also vorher, creme sie aber nicht ein! Das Tape wird zuerst auf die richtige Länge zugeschnitten, die Ecken abgerundet und mithilfe beider Hände warm gerieben, damit es besser und länger an der Haut kleben bleibt. Im Anschluss wird die Folie abgezogen und das Kinesio Tape auf der Haut fixiert. Nach dem Anbringen des Tapes ist es sinnvoll, mehrmals mit der flachen Hand darüber zu reiben, um es noch besser zu fixieren. Danach nicht eincremen.

Je nach Beschwerden, Körperstelle und Methode kann das Tape zu verschiedenen Formen zugeschnitten werden. Wenn du es zum Beispiel der Länge nach in der Mitte durchschneidest, entsteht eine Y-Form, mit der du das Kniegelenk wunderbar tapen kannst. Um eine höhere Stabilität zu erreichen, kannst du die Bänder ganz einfach längs und quer übereinander kleben, sodass von allen Seiten eine stützende Funktion gegeben ist.

Es bleibt fünf bis sieben Tage auf der Haut kleben und ist meistens wasserfest sowie luftdurchlässig, sodass Wasser oder Schweiß kein Problem sind. Bei Bedarf kannst du es jedoch auf niedriger Stufe trockenfönen, falls es durch Schwimmen oder Duschen nass geworden ist. Wenn du es nach spätestens einer Woche entfernen möchtest, dann sollte es möglichst vorsichtig in Haarwuchsrichtung abgelöst werden. Kleiner Tipp: Hast du dabei Probleme oder Schmerzen, kannst du Babyöl oder Olivenöl verwenden oder das Tape von der Haut abrollen. Bei weiterhin andauernden Beschwerden oder Schmerzen nach dem ersten Tape wird danach nochmals ein neues auf die Haut geklebt.

Kann ich mich selber tapen?

Bestimmt fragst du dich, ob du die elastischen Tapebänder einfach selbst anlegen kannst, da dies die praktischste Variante wäre. Je nach Krankheitsgeschichte und Beschwerden muss die betroffene Körperstelle in eine ganz bestimmte Position gebracht werden. Deshalb wäre es durchaus ratsam, sich das Tape von einem Arzt anlegen zu lassen, da er über die nötigen Fachkenntnisse verfügt. Wenn du dich allerdings gut von deinem Arzt einweisen lässt und viel übst, kannst du dich evtl. auch selbst tapen. Außerdem kannst du dich bei Fragen auch an Physio- oder Ergotherapeuten sowie an Heilpraktiker wenden.

Wie stramm oder locker sollte das Physio Tape sein?

Achte darauf, dass keine Falten im Tape oder auf der Haut entstehen und das Band nicht zu straff und nicht zu locker sitzt, denn es soll die Bewegungen nicht einschränken und trotzdem stabilisieren. Sogenannte „Convolutions“ (sichtbare Wellen im Tape) sind allerdings kein Problem, sie haben sogar einen positiven Effekt. Das Tape sollte in Dehnungsposition aufgeklebt werden, um die Wellen zu erzeugen. Wenn du Schmerzen an Gelenken oder Muskeln hast, entspanne diese beim Anlegen des elastischen Bandes. Verspannte Muskeln oder gereizte Nerven hingegen dehnen. Auch das Tape sollte vor dem Aufkleben immer etwas gedehnt werden. Bei Schwellungen wird allerdings ohne Zug geklebt. Empfindliche Stellen, wie zum Beispiel das Gesicht, vertragen nur wenig Zug, kräftige Stellen wie der Oberschenkel etwas mehr. Die Enden des Tapes sollten generell ohne Zug aufgeklebt werden

Was sollte noch beim Fixieren des Tapes beachtet werden, um Risiken zu vermeiden?

  • Nachdem das Tape angebracht wurde, gilt es, die Körperstelle regelmäßig auf Schmerzen, Pochen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und Bewegungsfreiheit zu prüfen sowie darauf zu achten, ob die Haut auffällig kalt, blass oder blau verfärbt ist. Möglicherweise wurde der bunte Streifen mit zu viel Zug festgeklebt.
  • Du hast eine Pflasterallergie? Dann solltest du dies deinem Arzt mitteilen, damit ein spezielles Tape verwendet werden kann.
  • Wenn du bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Cortison einnimmst: Verzichte besser auf das Tapen oder halte mit deinem Arzt Rücksprache.
  • Bei Juckreiz oder Rötung der Haut nach dem Fixieren gilt: Runter mit dem medizinischen Band! Evtl. liegt hier eine Allergie vor.
  • Hast du offene Wunden, einen Sonnenbrand, Infektionen der Haut oder Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Ekzeme oder Psoriasis, solltest du kein Tape anwenden.
  • Auch Herzprobleme, Krampfadern, Thrombose oder fieberhafte Infekte lassen das Tragen von Tapes nicht zu. Hier ist Vorsicht geboten!
  • Wenn das Tape zu stramm angebracht wird, kann es zu Durchblutungsstörungen kommen. Bei zu viel Spannung können außerdem Blasen oder Hautirritationen entstehen.
  • Zieht es und schnürt die Haut ein oder hast du mehr Schmerzen als ohne Tape, dann solltest du es abnehmen. Gleiches gilt, wenn die Schmerzen mit der Zeit mehr zu- als abnehmen.

Die Geschichte des Kinesio Tapes

Erstmals wurde das Kinesio Tape von einem japanischen Chiropraktiker in den 1970ern entwickelt, indem er mithilfe dehnbarer Verbandmaterialien schmerzende Muskeln und Gelenke behandelte. Anfangs arbeitete der Japaner lediglich mit beigefarbenen Bändern, doch später nutzte er dunkle Farben, um die Temperatur unter dem Tape zu erhöhen und hellere Farben, um sie geringer zu halten. Heutzutage sind Kinesio Tapes in vielen verschiedenen Farben erhältlich, die alle unterschiedliche Wirkungen auf den Körper haben sollen. Die Farben gehen auf die älteste Behandlungsmethode zurück – die Farbtherapie, doch dazu im nächsten Abschnitt mehr.

Wie wirken welche Farben des Physio Tapes?

Kinesio Tapes können kleine Unterschiede in Material, Kleber, Elastizität, Länge und Breite aufweisen, Außerdem gibt es sie in vielen verschiedenen Farben. Jede davon wirkt anders auf die jeweilige Person und deren Körper. Du fragst dich sicherlich, welche Farbe für dich am besten passen könnte und hier gibt’s die Antwort:

  • Rot/Pink: wärmend, stabilisierend, appetit- und kreislaufanregend, wohltuend, stärkend
    z.B. bei Verspannungen, Verhärtungen, Probleme mit Kreislauf, Stoffwechsel oder Immunsystem
  • Blau: schmerzlindernd, krampflösend, beruhigend, entspannend, kühlend
    z.B. bei Prellungen, Schwellungen, Entzündungen, zur Schmerzlinderung
  • Violett: kühlend, regenerierend, befreiend, hypnotisch, ausgleichend, reinigend, schmerzstillend
    z.B. bei körperlichen Blockaden
  • Schwarz: neutral, wenn es über andere Farben geklebt wird wird deren Wirkung verstärkt
    z.B. bei Kontaktsportarten, Sportverletzungen, Stürze, Stauchungen, zur Verstärkung der Wirkung anderer Farben (schwarz darüber kleben)
  • Grün: harmonisierend, beruhigend, regenerierend
    z.B. für den Aufbau geschädigter Nervenzellen, natürlicher Heilungsprozess
  • Gelb: stoffwechselanregend, nervenstärkend, entzündungshemmend, kräftigend, aufhellend
    z.B. bei Ödemen
  • Orange: wärmend, energiegebend, anregend, stärkend, vitalisierend
    z. B. fürs Immunsystem, bei schlechter Stimmung
  • Beige: neutral, unauffällig
    z.B. bei Migräne im Gesicht oder am Hals

Vertraue anfangs am besten auf dein Bauchgefühl, wenn du die Farbe deines Physio Tapes auswählst. Du wirst nach und nach merken, welches dir bei welchen Beschwerden am meisten hilft und guttut.

Welche Farben helfen dir bei welchen Problemen am besten? Ich freue mich über einen Kommentar von dir!

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