Kaschmir waschen und pflegen: Tipps rund um das kuschelige Trendmaterial

Model mit gestreiftem Pullover
Verfasst von Franziska

Kaschmir gehört zum Winter wie Weihnachtsmarkt und eisige Temperaturen. Als Schal oder Pulli hält uns die Wolle schön warm, als Decke lädt sie uns zum Kuscheln ein. Kaschmir ist qualitativ hochwertig und teuer – und nicht gerade leicht zu händeln. Damit Dein Kaschmirteil den Winter gut übersteht und Du noch lange Freude an ihm hast, solltest Du unsere Pflegetipps beachten.

Was ist Kaschmir?

Kaschmir kommt aus der gleichnamigen Region zwischen Pakistan, Indien und China, die im Himalaya liegt. Dort leben die Kaschmirziegen, aus deren Unterwolle die weiche Naturfaser entsteht. Und hier ist schon der erste Grund, warum Kaschmir so teuer ist: nur, wenn die Witterung passt und nur auf der entsprechenden Höhe von etwa 4.000 Metern bekommen die Ziegen ihre Unterwolle. Ein einzelnes Tier gibt dabei aber nur etwa 150 Gramm Wolle ab.

Heutzutage kommen die Ziegen überall dort her, wo die Haltungsbedingungen stimmen. Hauptproduzent der Wolle ist China, aber auch in der Mongolei, im Iran und sogar in Schottland gibt es mittlerweile Kaschmirziegen.

Kaschmirfasern sind besonders fein, ihr Durchmesser darf 15 bis 19 Mikrometer nicht überschreiten. Die besten und damit auch teuersten Fasern sind besonders dünn, lang, leicht gekräuselt und hell. Kaschmir zählt zu den Edelwollen und ist eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern.

Warum ist der Kuschelstoff so beliebt?

Dank der dünnen Fasern ist die Wolle besonders weich und kuschelig. Außerdem kratzt sie nicht, wie Schurwolle es gerne tut. Vor allem im Winter ist Kaschmir beliebt, da er in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Fasern extrem gut Wärme speichert. Außerdem kann er Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abweisen. Gerüche setzen sich so gut wie kaum in dem Stoff ab und er ist sehr reißfest – auch trotz der feinen Fasern. All diese Eigenschaften machen Kaschmir so beliebt.

Wie wäscht man Kaschmir am besten?

Kaschmir sollte nach etwa jedem vierten Tragen gewaschen werden. Allerdings besitzt die Faser selbstreinigende Eigenschaften. Ein bisschen frische Luft und ein Tag Ruhezeit reichen meist schon, um den Kaschmir fürs nächste Tragen vorzubereiten. Ist das Kleidungsstück also nicht allzu dreckig, reicht möglicherweise eine Nacht auf dem Balkon.

Einige Dinge sollte man beachten, wenn man die Edelwolle waschen will. Zum einen sollte man Wollwaschmittel benutzen, das den natürlichen Schutz der Fasern nicht angreift. Wollwaschmittel ist rückfettend und frei von Weichspülern oder Bleichmitteln, greift also die Fasern nicht an. Wer kein extra Wollwaschmittel zuhause hat, kann Kaschmir notfalls auch mit hochwertigem Haarshampoo waschen – getreu dem Motto: was für die eigenen Haare gut ist, kann auch den Tierhaaren nicht schaden.

Zum Wollwaschmittel wäscht man das Teil dann am besten auch im Wollwaschgang. Das Waschetikett bestimmt die Temperatur, allerdings sollte Kaschmir nie über 30 Grad gewaschen werden. Zudem sollte das Kleidungsstück auf links gewaschen werden, um die Fasern zu schützen.

Zu langes Einweichen sollte vermieden werden, also am besten nur im Kurzprogramm waschen. Auch beim Schleudergang aufpassen: die Drehzahl sollte 600 Umdrehungen pro Minute nicht überschreiten.

Wer bei Kaschmir zur Handwäsche greifen will, weil die ja schonender ist, sollte aufpassen. Handwäsche sollte nur – wenn es im Waschetikett nicht anders steht – zweite Wahl sein, wenn zum Beispiel kein Wollwaschgang möglich ist. Dann sollte das Wasser aber auch nur lauwarm sein und die Wäsche so kurz wie möglich dauern. Zum Schluss gut ausspülen, den Pullover oder Schal leicht ausdrücken – niemals wringen! – und in ein Tuch wickeln.

Beim Trocknen muss aufgepasst werden: Kaschmir verliert schnell seine Form und darf deswegen niemals hängend getrocknet werden. Sonne und übermäßige Hitze sollte außerdem vermieden werden. Der Trockner ist ganz oft Gift für die edle Faser – wenn es sein muss, dann nur mit Kaltluft.

So pflegst Du Kaschmir richtig

Wenn Du lange Freude an deinem Kaschmirteil haben möchtest, muss er richtig gepflegt werden. Neben den ganzen Do’s und Don’ts zum Waschen gibt es noch viele andere Tipps und Regeln, um die Wolle aus dem Himalaya auch richtig zu pflegen.

Bügeln

Kaschmir ist bekannt dafür, dass er kaum knittert – der perfekte Stoff für Bügelmuffel. Muss das Kleidungsstück dann aber doch gebügelt werden, solltest Du das nur auf unterster Stufe machen. Zum Schutz der Fasern legt man am besten ein Tuch auf das Kleidungsstück. So bleibt alles schön weich und kuschelig. Ganz wichtig: benutze auf gar keinen Fall Dampf!

Flecken

Bei Flecken auf normalem Stoff machen wir 90% der Zeit genau das, was Gift für die feinen Fasern ist. Auf gar keinen Fall sollte Kaschmir gebürstet werden oder zu starker Reibung ausgesetzt sein – sonst verfilzt sie. Einweichen ist auch ein No-Go – lieber ein bisschen Haarshampoo auf den Fleck geben und ab damit in die Waschmaschine.

Pilling

Kennt man eigentlich von synthetischen Fasern, gehört bei Kaschmirwolle aber einfach dazu: die lästige Knötchenbildung, auch Pilling genannt. Das entsteht durch mechanische Reibung, die Fasern lockern sich, verschlingen sich umeinander und schon ist ein Knötchen entstanden. Der Pullover oder Schal schaut dann schnell älter aus, als er ist. Abhilfe schafft ein sogenannter Kaschmir-Kamm; mit ihm lassen sich die Knötchen ganz schnell auskämmen und dabei ist er noch schonend zum Stoff.

Lagerung

Auch wenn der neue Pullover noch so kuschelig ist, dass man ihn am besten gar nicht mehr ausziehen möchte – nach jedem Tragen sollte man den Fasern etwa 24 Stunden Ruhezeit gönnen. So können sie sich selbst regenerieren und müssen vielleicht gar nicht so schnell wieder gewaschen werden.

Im Kleiderschrank, wo es dunkel und kühl ist, gefällt es Kaschmir am besten. Am besten wird er liegend gelagert, sodass er sich nicht verformt. Und damit die Fasern nicht von anderen Kleidungsstücken zerdrückt werden und womöglich sogar brechen, sollte ein Kaschmirstück immer oben auf dem Stapel liegen.

Über die Sommermonate, wenn es zu warm ist für die dicken Pullover, lagert man sie am besten in Plastiktüten. Aber bitte nicht alles in eine Tüte stopfen – das ist Gift für die Fasern.

Allgemeine Tipps zur Pflege

Das Waschetikett hilft Dir bei Fragen meistens weiter. Was die einzelnen Symbole bedeuten, kannst Du im Witt Online Shop lesen.

In welchen Kleidungsstücken kommt Kaschmir vor?

Ein Kaschmir-Pullover besteht nicht gleich zu 100% aus Kaschmir. Die EU hat in ihrer Textilverordnung genau geregelt, wie die Kleidungsstücke benannt werden müssen, damit der Verbraucher auch weiß, was er da kauft.

Ist ein Pullover oder ein Schal „mit Kaschmiranteil“, bedeutet das, dass mindestens 14,5% Kaschmirwolle enthalten sind. Heißt es allerdings „Kaschmir-Pullover“ oder „Kaschmir-Schal“, dann ist mindestens 85% Kaschmirwolle drin. Und nur, wenn keine andere Wolle oder Stoff mitverarbeitet ist, darf das Kleidungsstück die Aufschrift „100% Kaschmir“ tragen.

Dementsprechend richten sich auch die Preise. Der Preis für ein Kilogramm unverarbeitete Kaschmirwolle beläuft sich auf etwa 200 €. Mit einem Pullover aus 100% Kaschmir muss man also mit deutlich mehr rechnen.

Wenn Du dir nicht sicher bist, aus wie viel Kaschmirwolle dein Kleidungsstück besteht, kannst Du auch einfach auf das Etikett schauen.

Auch im Witt Online Shop findest Du viele unterschiedliche Artikel mit Kaschmir. Wir wünschen viel Spaß beim Shoppen!

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